Immer mehr Leute stellen ihre persönlichen Daten ins Internet. Das macht anfällig auf Cyber-Kriminalität wie Passwortklau.
Schon die alten Römer brauchten Passwörter, und Ali Baba gelangt im Märchen erst an den Schatz, nachdem er mit «Sesam öffne dich» Zugang zur Räuberhöhle bekommt. Auch in der digitalen Welt sind Passwörter immer noch das Mittel, um private Dinge wie den Zugang zu Mailkontos, zu E-Banking oder zu Netzwerken aller Art zu schützen.
Das macht Passwörter für Cyber-Kriminelle höchst interessant: «Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, an die Passwörter zu kommen», erklärt Ruben Wolf vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) in Darmstadt: «Entweder die Hacker bewegen den Nutzer mit gefälschten Websites dazu, das Passwort herauszugeben (Phishing), oder sie probieren so lange verschiedene Möglichkeiten aus, bis das Richtige gefunden ist.»
Der Klau von Passwörtern ist eine der grössten Gefahren im Internet. Sie wächst mit dem Trend, immer mehr persönliche Daten auf Webmail-Konten oder auf Seiten wie «Facebook» online zu speichern und zu verwalten. Zwar haben viele Nutzer die Wichtigkeit von schwer zu knackenden Passwörtern (siehe Tipps) erkannt. Das gilt aber selten für die zweiten Passwörter, die Recovery-Passwörter, falls das erste vergessen geht. Hier geben sich viele zu wenig Mühe, sagt Jens Heider vom Fraunhofer Institut. Zusammen mit persönlichen Daten ab Websites wie Facebook lassen sich diese sehr leicht ausfindig machen. So knackten Hacker auch das Postfach von Paris Hilton.
Es lohnt sich für jeden, die Sicherheit seiner Passwörter und seines Computers ernst zu nehmen. «Jeder Störfall kann hohe Kosten verursachen oder sehr viel Zeit kosten», erklärt Manfred Wickli vom ZFI Zentrum für Informatik. Kurse zum Thema PC-Sicherheit liefern das Wissen, um einen Überblick über die Risiken zu erhalten und Schaden mit vertretbarem Aufwand zu verhindern. Eine kleine Investition mit einer grossen Wirkung.
Schnell zum sicheren Passwort
Mit ein paar einfachen Grundregeln lassen sich Passwörter relativ knacksicher einrichten:
- Kein einfaches Passwort wählen: Ein gutes Passwort enthält sowohl Buchstaben (Gross- und Kleinschreibung), Sonderzeichen und Zahlen
- Kein zu kurzes Passwort verwenden: Sechs Zeichen sind das Minimum.
- Passwort nicht speichern oder auf einem Post-it-Zettel an den Bildschirmrand kleben
- Mehrere Passwörter verwenden
- Die Passwörter öfter wechseln
