Bologna-Barometer 2010

Die Bologna-Reform hat die Studiengänge an allen Schweizer Hochschulen von Grund auf verändert. An den universitären Hochschulen (UH) wurden die traditionellen Lizenziats- und Diplomstudiengänge schrittweise durch eine zweistufige Ausbildung mit den Studienzyklen «Bachelor» und «Master» ersetzt. An den Fachhochschulen (FH) und den Pädagogischen Hochschulen (PH) hat die Einführung der Masterstudiengänge grosse Veränderungen ausgelöst.

Nachdem die Reform seit 2001 an den UH und seit 2005 auch an den FH und PH umgesetzt wird, ist nun genügend Zeit vergangen, um den Studienverlauf der Studierenden im Bologna-System für diese drei Hochschultypen analysieren zu können. Diese Untersuchungen stützen sich auf die Erhebung der Studierenden und der Abschlüsse an den Schweizer Hochschulen.

Übertrittsquote zum Master
Die Übertrittsquote vom UH-Bachelor zum UH-Master ist seit 2004 sehr hoch (durchschnittlich 88%), und nur eine kleine Minderheit der Studierenden tritt direkt nach dem Bachelor in den Arbeitsmarkt ein. Interessant ist, dass diese hohe Übertrittsquote nicht nur für Studierende mit einem schweizerischen UH-Zulassungsausweis gilt (89%), sondern auch für solche mit einem ausländischen Ausweis (84%). Im FH-Bereich setzten 20% der Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen von 2008 oder 2009 ihr Studium auf Masterstufe an einer schweizerischen FH fort, wobei diese Quote je nach Fachbereich erheblich schwankt. Diese Übertrittsquote erhöht sich auf 23%, wenn zusätzlich die Studierenden berücksichtigt werden, die ein Masterstudium an einer UH oder PH absolvieren An den PH beträgt die Übertrittsquote nach den Bachelorabschlüssen 15%.

Bologna-Reform und Mobilität zwischen Bachelor- und Masterstufe
In Bezug auf die räumliche Mobilität auf internationaler Ebene nach der Bachelorstufe ist festzustellen, dass 2009 19% der UH-Eintritte auf Masterstufe auf das Konto ausländischer Studierender gehen. Es kommen wesentlich mehr Studierende aus dem Ausland in die Schweiz, um einen Master zu erlangen, als es Studierende gibt, die nach einem Bachelorabschluss an einer Schweizer UH ins Ausland gehen. Zwischen den einzelnen UH gibt es jedoch grosse Unterschiede. An den FH bestätigte sich die hohe Eintrittsquote ausländischer Studierender auf Masterstufe, die 2008/2009 verzeichnet wurde, auch zu Beginn des Studienjahres 2009/2010: 26% aller Eintritte auf Masterstufe stammten aus dem Ausland. In den PH haben 5% der neu eintretenden Studierenden ihren vorherigen Abschluss im Ausland erworben.

Durchlässigkeit zwischen Hochschultypen
Die Hochschuldurchlässigkeit beim Eintritt in die Masterstufe steigt von Jahr zu Jahr. 2009 hatten 5% der Mastereintritten ihren vorherigen Abschluss an einem anderen Hochschultyp erworben. Am häufigsten wechseln die Studierenden von einer FH an eine UH: 2009 haben fast 400 Studierende diesen Wechsel vollzogen.

Bologna-Reform und Erfolg an den UH
Die Bologna-Reform hat sich positiv auf den Erwerb eines ersten UH-Diploms ausgewirkt. 74% der Studierenden, die ihr Studium 2003 aufgenommen haben, erlangten bis 2009 einen UH-Bachelorabschluss. Damit liegt die Erstabschlussquote also bereits über derjenigen der Studierenden, die 10 Jahre zuvor ein Lizenziats- oder Diplomstudium begonnen haben (66%). Auf Masterstufe beträgt die Erfolgsquote über 90%. Da der Master dem ehemaligen Diplom bzw. Lizenziat entspricht, dürfte es aussagekräftiger sein, die Bachelor- und Masterstudiengänge gesamthaft zu betrachten. Eine entsprechende Analyse zeigt, dass der Anteil der Bacheloreintritte, die in einen Master münden, ähnlich hoch sein dürfte wie der Anteil der Studierenden, die in der Vergangenheit ihren Lizenziats-/Diplomstudiengang erfolgreich abgeschlossen haben.

Lesen Sie den ganzen Artikel, inklusive Statistiken. www.bfs.admin.ch

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